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# Deutsches Kabinett unterstützt Gesetzentwurf zu sexualisierten Deepfakes und umfassenderem digitalen Missbrauch

> Das deutsche Kabinett hat einen Gesetzentwurf gegen digitale Gewalt gebilligt, der sexualisierte synthetische Bilder, Voyeurismus und weitere Übergriffe erfasst. Das Parlament muss den Vorschlag noch beraten.

By BIG CHANGE Editorial

Published: 2026-10-08T13:27:54.589Z
Updated: 2026-10-08T13:27:54.589Z
Canonical: https://bigchange.ai/blog/germany-digital-violence-bill-sexualized-deepfakes

![An empty, unmarked parliamentary chamber seen from the gallery, with a face-down smartphone on the wooden rail in the foreground.](https://bigchange.ai/api/media/file/germany-digital-violence-bill-hero-v1.png)
AI-generated conceptual illustration by BIG CHANGE. The chamber and phone are generic; no real parliament, bill passage, victim or abuse incident is depicted.

Das Bundeskabinett billigte am 7. Oktober einen Gesetzentwurf, der den strafrechtlichen Schutz vor nicht einvernehmlichen intimen Bildern ausweiten würde. Dazu gehören computergenerierte sexualisierte Darstellungen identifizierbarer Personen. Der Vorschlag erfasst auch Formen digitaler Gewalt ohne KI und würde neue, richterlich überwachte Wege schaffen, um Informationen über anonyme Nutzer zu erhalten und schwerwiegende Verletzungen von Rechten im Internet zu stoppen. Nun wird der Entwurf dem Bundestag vorgelegt. Keine der vorgeschlagenen Änderungen ist bereits Gesetz.

Die Unterscheidung zwischen dem Erstellen und dem Teilen eines Bildes ist zentral für den Entwurf. Der vorgeschlagene Ersatz für § 184k des Strafgesetzbuchs würde die unbefugte Herstellung bestimmter realer intimer Bilder oder deren Zugänglichmachen für eine andere Person erfassen. Dazu kämen computergenerierte Bilder, die so wirken, als zeigten sie eine bestimmte Person bei sexuellen Handlungen oder mit bestimmten entblößten Körperteilen. Erfasst wären sowohl das private Teilen mit einer Person als auch eine weitere Verbreitung. Die Formulierung richtet sich gegen klar definierte intime Inhalte; sie ist kein allgemeines Verbot, Deepfakes herzustellen.

## Die wesentliche Änderung

Das Kabinett hat ein Paket straf- und zivilrechtlicher Vorschläge in die parlamentarische Phase gebracht. Die Bildvorschrift nennt ausdrücklich erfundene sexualisierte Darstellungen neben realen intimen Aufnahmen. Weitere Vorschriften betreffen voyeuristische Bilder, Identitätsmissbrauch und digitale Überwachung. Für Menschen, die zivilrechtliche Abhilfe suchen, sieht der Entwurf Verfahren vor, bei denen vor der Offenlegung bestimmter Nutzerdaten oder der Sperrung eines Social-Media-Kontos eine richterliche Anordnung erforderlich ist. Die Rechtswirkung hängt davon ab, was das Parlament letztlich verabschiedet und wann ein daraus hervorgehendes Gesetz in Kraft tritt.

## Was die strafrechtlichen Vorschläge erfassen

Der vorgeschlagene § 184k erfasst auch unbefugte Bilder sexueller Handlungen oder bestimmter entblößter Körperteile. Aufnahmen der erfassten Körperteile sind auch dann eingeschlossen, wenn sie bekleidet sind, sofern die Bildgestaltung eindeutig darauf abzielt, sie zu sexualisieren. Die Vorschrift ist für voyeuristische Aufnahmen an Orten wie Saunen oder öffentlich zugänglichen FKK-Stränden relevant. Die Regeln betreffen sowohl Aufnahmen von Menschen als auch generierte Bilder; ihre Reichweite hängt nicht davon ab, ob KI eingesetzt wurde.

Der Kabinettsentwurf ergänzt eine eigene Vorschrift für den unbefugten Zugriff auf, den Erwerb oder den Besitz einer Bildaufnahme einer tatsächlich an einer anderen Person begangenen Vergewaltigung. Außerdem soll es strafbar werden, eine computergeschaffene oder veränderte Darstellung einer anderen Person zugänglich zu machen, wenn sie fälschlich ein reales Ereignis mit einer Person abzubilden scheint und deren Ruf schwer schädigen kann. Bei diesem Straftatbestand geht es um die Verbreitung täuschender Inhalte, nicht nur um deren Erstellung. Ein weiterer Vorschlag betrifft die Verbreitung rufschädigender Inhalte unter falscher Annahme der Identität einer realen Person. KI-Erzeugung ist dafür nicht erforderlich.

Die Überwachungsvorschrift würde die wiederholte oder fortlaufende unbefugte Beobachtung des Standorts oder der Aktivitäten einer Person mithilfe von Informations- oder Kommunikationstechnik erfassen, wenn dadurch ein erheblicher Schaden entstehen kann. Die Regierung nennt einen GPS-Tracker als Beispiel. Diese Vorschläge stehen in unterschiedlichen Abschnitten des Entwurfs und haben eigene Voraussetzungen; die Bezeichnung „Deepfake-Gesetz“ lässt einen großen Teil des Pakets außer Acht.

## Gerichtliche Anordnungen und nächste Schritte

Zivilrechtlich soll eine Person, die einen Anspruch verfolgen möchte, beim Gericht beantragen können, einem einschlägigen Online-Dienst oder Internetzugangsanbieter die Offenlegung gespeicherter Daten aufzuerlegen. Der Gesetzentwurf nennt Angaben wie einen gespeicherten Namen, eine Anschrift, eine E-Mail-Adresse und, soweit verfügbar, Internetprotokolldaten. Zudem soll das Gericht Beweise sichern können, während über einen Offenlegungsantrag entschieden wird. In schweren Fällen könnte ein Richter ein Social-Network-Konto vorübergehend sperren lassen, wenn dies weitere Verletzungen verhindern muss; eine separate gerichtliche Anordnung könnte die Entfernung rechtswidriger Inhalte verlangen. Das sind an Bedingungen geknüpfte Rechtsbehelfe, keine automatischen Kontosperren oder ein freier Zugriff auf Nutzerdaten.

Der Bundestag muss nun über den Regierungsentwurf beraten und kann ihn ändern. Der [Kabinettstext](https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/RegE/RegE_GgdG.pdf?__blob=publicationFile&v=3) lässt das zentrale Inkrafttretensdatum offen und sieht den ersten Tag eines Quartals nach der Verkündung vor. Daher steht noch nicht fest, wann diese vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen gelten würden. Der Deutsche Richterbund warnte, wie [Tagesschau](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundeskabinett-digitalegewalt-gesetzgebung-100.html) berichtete, dass die personelle Ausstattung der Justiz die Durchsetzung beeinflussen werde.

## Quellen und weiterführende Informationen

- [Deutsche Bundesregierung, „Besserer Schutz vor digitaler Gewalt“](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-digitale-gewalt-2455990), 7. Oktober 2026. Öffentliche Erläuterung des Kabinetts zum Vorschlag und den geplanten straf- und zivilrechtlichen Maßnahmen.
- [Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Regierungsentwurf](https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/RegE/RegE_GgdG.pdf?__blob=publicationFile&v=3), Kabinettsfassung vom 7. Oktober 2026. Der hier herangezogene operative Text beschreibt den Umfang der vorgeschlagenen Straftatbestände, Gerichtsverfahren und Inkrafttretensregelung. Es handelt sich um einen Entwurf, nicht um geltendes Recht.
- [ZDFheute](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/bundesregierung-gesetz-gegen-digitale-gewalt-100.html), [Tagesschau](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundeskabinett-digitalegewalt-gesetzgebung-100.html) und [Deutschlandfunk](https://www.deutschlandfunk.de/gesetz-gegen-digitale-gewalt-bundeskabinett-beschliesst-entwurf-100.html), 7. Oktober 2026. Unabhängige Berichte zur Kabinettsentscheidung, öffentlichen Reaktionen und dem weiteren parlamentarischen Verfahren. ZDF zufolge wurde die Vorschrift zum Besitz von Vergewaltigungsaufnahmen nach dem früheren Ministeriumsentwurf ergänzt.

## Sources

- [„Besserer Schutz vor digitaler Gewalt“](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-digitale-gewalt-2455990) — Zusammenfassung der Bundesregierung zur Kabinettsentscheidung und zur politischen Zielsetzung.
- [„Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des zivilrechtlichen und strafrechtlichen Schutzes vor digitaler Gewalt“](https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/RegE/RegE_GgdG.pdf?__blob=publicationFile&v=3) — Formeller Kabinettsentwurf; operative Vorschriften und Inkrafttreten.
- [„Bundeskabinett bringt Gesetz zu Deepfakes auf den Weg“](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/bundesregierung-gesetz-gegen-digitale-gewalt-100.html) — Unabhängige Berichterstattung am selben Tag.
- [„Besserer Schutz vor sexualisierten Aufnahmen geplant“](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundeskabinett-digitalegewalt-gesetzgebung-100.html) — Unabhängige Berichterstattung über den Geltungsbereich und Vollzugsfragen.
- [„Gesetz gegen digitale Gewalt: Bundeskabinett beschließt Entwurf“](https://www.deutschlandfunk.de/gesetz-gegen-digitale-gewalt-bundeskabinett-beschliesst-entwurf-100.html) — Unabhängige Bestätigung der Kabinettsentscheidung und der Gesetzgebungsphase.
