Die US-Handelskommission FTC untersucht OpenAI, Anthropic und weitere KI-Unternehmen wegen möglicher Risiken für Verbraucher, berichtete die Associated Press am 30. September. Laut AP bestätigte ein FTC-Sprecher die Ermittlungen und lehnte es ab, der Agentur weitere Einzelheiten zu nennen. Bereits früher am selben Tag berichtete die Washington Post, ein ranghoher Behördenmitarbeiter habe anonym von einer Untersuchung zur KI-Sicherheit gesprochen. Bei Veröffentlichung ihres Berichts erklärte die Post, die Untersuchung sei nicht öffentlich gemacht worden und ihr gesamter Umfang sei unklar.
CBS News berichtete unabhängig davon, ein FTC-Sprecher habe geplante Informationsanfragen an die Unternehmen und die gemeinnützige Forschungsgruppe METR bestätigt. Die Behörden prüften, ob das Verhalten der Unternehmen gegen das FTC-Gesetz verstoßen habe, sagte der Sprecher. Das benennt eine weit gefasste Rechtsfrage, lässt aber offen, welche Produkte und Praktiken betroffen sind, welche konkreten Bestimmungen gelten und welche Unternehmen insgesamt untersucht werden. In den öffentlichen FTC-Unterlagen fand sich keine Anordnung und keine Klage, die diese Untersuchung beschreibt.
Bloomberg Law berichtete, dass formelle Informationsanforderungen vorbereitet würden, und berief sich dabei auf eine nicht namentlich genannte Person, die mit der vertraulichen Untersuchung vertraut sei. Einen gesonderten Bericht über Entwürfe zivilrechtlicher Ermittlungsaufforderungen und Aussagen von Führungskräften schrieb CBS der New York Post zu. Dies sind Berichte über geplante Schritte; keiner enthält eine tatsächlich erlassene Aufforderung. Die Berichterstattung belegt nicht, dass die FTC einem Unternehmen einen Rechtsverstoß vorgeworfen hat.
Die wesentliche Änderung
- Was sich geändert hat: Laut AP bestätigte ein FTC-Sprecher Ermittlungen gegen OpenAI, Anthropic und weitere KI-Unternehmen. CBS zufolge bestätigte ein Sprecher geplante Informationsanfragen und eine Prüfung nach dem FTC-Gesetz.
- Warum das wichtig ist: Fragen zur Verbrauchersicherheit werden auf Bundesebene geprüft. Der Bezug zum FTC-Gesetz wurde berichtet, doch die Behörde hat keine aktuelle Anordnung veröffentlicht, die das konkrete Verhalten, die Bestimmungen oder Zwangsmaßnahmen benennt.
- Worauf zu achten ist: Eine öffentliche Aufforderung, Anordnung oder Mitteilung der FTC, die Umfang und Zuständigkeit der Untersuchung nennt, sowie spätere formelle Schritte. Solche Unterlagen würden die Phase und die Rechtsgrundlage klären.
Frühere FTC-Untersuchungen bieten Kontext, legen aber nicht die Bedingungen dieser Untersuchung fest
Die FTC hat früher bereits KI-Untersuchungen mit deutlich mehr Einzelheiten angekündigt. Im September 2025 erließ sie Anordnungen an sieben Anbieter verbraucherorientierter Begleit-Chatbots, darunter OpenAI. Die Behörde wollte wissen, wie die Unternehmen mögliche negative Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche testen und überwachen, die Nutzung einschränken und Nutzer sowie Eltern über Risiken informieren. Anthropic gehörte nicht zu den sieben in der Mitteilung genannten Empfängern.
In der Mitteilung von 2025 nannte die FTC ausdrücklich Abschnitt 6(b) des FTC-Gesetzes als Rechtsgrundlage. Diese Befugnis erlaube breit angelegte Untersuchungen ohne konkreten Zweck der Rechtsdurchsetzung, erklärte die FTC. Sie führte außerdem die Unternehmen, die geplanten Fragen und die Abstimmung der Kommission auf. Für die Untersuchung vom September 2026 hat die Behörde keine vergleichbare Anordnung oder ausführliche Mitteilung veröffentlicht.
Die Mitteilung der Behörde vom Januar 2024 behandelte ein anderes Thema: Investitionen und Partnerschaften zwischen Cloud-Anbietern und Entwicklern generativer KI. Anordnungen nach Abschnitt 6(b) gingen an fünf Unternehmen, darunter OpenAI und Anthropic. Sie untersuchten Geschäftsbeziehungen und Wettbewerb, legten aber nicht die Bedingungen der jüngst gemeldeten Untersuchung zu Verbraucherrisiken fest.
Die Überschneidung bei den Unternehmensnamen kann irreführen. Aus den beiden veröffentlichten Untersuchungen geht hervor, dass die FTC Abschnitt 6(b) genutzt hat, um Informationen über KI-Märkte und Produkte zu sammeln. Sie zeigen weder, ob die neue Untersuchung auf derselben Befugnis beruht, noch welche Produkte und Verhaltensweisen sie umfasst. Auch CBS' Bericht zum FTC-Gesetz nennt keine konkrete Vorschrift, keine erlassene verpflichtende Aufforderung und keinen Vorwurf.
Was sich aus den nächsten öffentlichen Unterlagen ergeben könnte
Für Verbraucher und betroffene Unternehmen besteht die unmittelbare Änderung in den Berichten über die FTC-Prüfung und den angekündigten Plan der Behörde, Informationen einzuholen. Die Folgen sind noch offen. Eine erlassene Aufforderung oder ein öffentliches Behördendokument würde die untersuchten Produkte, Unternehmen, Zeiträume und Verhaltensweisen klären. Bis die FTC diese Angaben macht, sind die Untersuchungen von 2025 und 2024 hilfreiche Vergleiche, aber kein Lageplan für diese Untersuchung.
Quellen und weiterführende Informationen
- Associated Press, 30. September 2026: Berichtet die Bestätigung durch einen FTC-Sprecher, die genannten Unternehmen und dessen Weigerung, weitere Einzelheiten zu nennen. Darauf stützt sich die Überschrift, dass die Untersuchung bestätigt wurde.
- The Washington Post, 30. September 2026: Der frühere Bericht führt die Untersuchung auf einen nicht namentlich genannten ranghohen Behördenmitarbeiter zurück und sagt, ihr Umfang sei unklar gewesen. Die Aussage, die Untersuchung sei nicht öffentlich gemacht worden, beschreibt den Stand bei Erscheinen dieses Berichts, vor der später von AP gemeldeten Bestätigung durch einen Sprecher.
- CBS News, 30. September 2026: Schreibt die geplanten Informationsanfragen und die Prüfung nach dem FTC-Gesetz einem FTC-Sprecher zu. Den Bericht über zivilrechtliche Ermittlungsaufforderungen schreibt CBS der New York Post zu, nicht dem Sprecher.
- Bloomberg Law, 30. September 2026: Berichtet unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte, mit der Untersuchung vertraute Person über erwartete formelle Informationsanforderungen. Eine erlassene Aufforderung wird nicht vorgelegt.
- FTC-Untersuchung zu Begleit-Chatbots, 11. September 2025: Erläutert Zweck, Empfänger und Rechtsgrundlage nach Abschnitt 6(b) einer früheren öffentlichen Untersuchung laut Behörde. Sie bestimmt nicht den Umfang der aktuellen Untersuchung.
- FTC-Untersuchung zu Partnerschaften bei generativer KI, 25. Januar 2024: Frühere, auf Wettbewerb ausgerichtete Anordnungen der Behörde nach Abschnitt 6(b), darunter an OpenAI und Anthropic. Sie legen den aktuellen Rechtsmechanismus nicht fest.



