Meta zufolge kann der Muse-Agent Apps auf einem Mac bedienen, nachdem der Nutzer dies erlaubt hat. Das Unternehmen kündigte die Computersteuerung bei Meta Connect am 23. September 2026 an und bietet einen Download von Muse für Mac an. Dadurch kann der Agent auch direkt auf dem Computer arbeiten und nicht nur auf Websites und in verbundenen Diensten, wie es bei der Vorstellung von Muse im September beschrieben wurde.
Welche Zugriffsrechte diese Erlaubnis umfasst, ist entscheidend. In der Connect-Ankündigung heißt es, Muse könne mit Einwilligung jede Mac-App bedienen. Die Downloadseite nennt konkretere Beispiele: Dateien ordnen, Formulare ausfüllen und auf Inhalte aus Nachrichten, Kalender und Notizen zugreifen. Das sind Angaben des Unternehmens zu den Fähigkeiten des Produkts, keine Belege dafür, dass jede Mac-App und jede Aufgabe zuverlässig funktioniert.
Die große Veränderung
- Was sich geändert hat: Meta weitet Muse von Websites und verbundenen Diensten auf Mac-Desktop-Apps aus. Der neue Zugriff setzt die Zustimmung des Nutzers voraus.
- Warum das wichtig ist: Auf der Downloadseite werden Dateien, Nachrichten, Kalender und Notizen als mögliche Informationsquellen für Muse genannt. Für Mac-Nutzer bedeutet die Freigabe daher auch die Entscheidung, welchen persönlichen Kontext und welche Aktionen in Apps sie dem Agenten übertragen.
- Worauf zu achten ist: Entscheidend sind die Desktop-Kontrollen von Meta. Die veröffentlichten Einstellungen für verbundene Dienste unterscheiden zwischen dem Lesen und Versenden von E-Mails. Aus den geprüften Mac-Informationen geht noch nicht hervor, ob sich der Desktopzugriff auf einzelne Apps beschränken lässt.
Berechtigungen umfassen verschiedene Arten des Zugriffs
Metas Produktseite zu Muse zufolge können Nutzer entscheiden, ob eine Aktion einmalig erlaubt, dauerhaft zugelassen oder abgelehnt wird, und die Standardeinstellungen für jede Verbindung verwalten. Im Beitrag zur Produkteinführung nennt das Unternehmen E-Mail als Beispiel für einen Dienst, bei dem Nutzer das Lesen erlauben können, ohne auch das Versenden freizugeben. Laut Meta können Nutzer den Zugriff jederzeit ändern oder einen Dienst trennen und ein Protokoll abgeschlossener sowie geplanter Aktionen einsehen.
Diese veröffentlichten Einstellungen betreffen verbundene Dienste und Aktionen mit besonderen Folgen. Im Connect-Beitrag wird nicht erläutert, wie die neue Berechtigung zur Computersteuerung auf dem Mac angezeigt wird, ob sie auf einzelne Desktop-Apps beschränkt werden kann oder wie ihr Widerruf mit einer bereits laufenden Aufgabe zusammenspielt. Das ist für alle relevant, die über die Zugriffsrechte entscheiden: Meta beschreibt die Berechtigung für ein verbundenes E-Mail-Konto und die Berechtigung zur Bedienung einer Mac-App unterschiedlich. Aus den veröffentlichten Informationen geht nicht hervor, dass beide dieselben Grenzen haben.
Meta zufolge läuft Muse in einer eigens dafür vorgesehenen virtuellen Maschine in der Cloud; ein separater Sentinel-Agent prüft Aktionen, die auf das Internet zugreifen. Nach Angaben des Unternehmens werden Zugangsdaten so gespeichert, dass Muse sie nicht lesen kann. Unterhaltungen und Daten der virtuellen Maschine würden nicht an die Werbesysteme von Meta weitergegeben. Nutzer könnten außerdem der Verwendung ihrer Interaktionen zum Trainieren von Meta-KI-Modellen widersprechen. Das sind die von Meta beschriebenen Design- und Datenverarbeitungsregeln. Das Unternehmen hat für später in diesem Jahr eine zusätzliche verschlüsselte „Confidential VM“ angekündigt; sie ist nicht Teil der aktuellen Angaben. Auf den geprüften Seiten wird keine Aufbewahrungsfrist für Daten genannt, auf die Muse bei der Mac-Computersteuerung zugreift.
Zugriff auf dem Mac verfügbar, für Brillen geplant
Meta zufolge ist Muse bereits über die App, WhatsApp, das Web und die kürzlich veröffentlichte Mac-App verfügbar. Der Beitrag zur Produkteinführung vom 8. September kündigte die Einführung in den USA für iOS, Android und das Web an. Auf der Downloadseite für Mac steht der Installer bereit. Aus den geprüften Informationen gehen aber weder die Länder hervor, in denen die Computersteuerung auf dem Mac aktiviert werden kann, noch die Versionsnummer des Installers.
Die Connect-Ankündigung führt weitere Einkaufs- und Arbeitsintegrationen auf, darunter Notion, GitHub und Box, enthält aber keine Tabelle zur Verfügbarkeit der einzelnen Integrationen. Expedia soll in Kürze folgen. Auch Muse auf KI-Brillen ist noch nicht verfügbar; Meta zufolge soll die Funktion in den kommenden Monaten erscheinen. Die angekündigte Möglichkeit, auf das Sichtfeld des Trägers zu reagieren, sollte daher nicht als aktuelle Muse-Funktion auf Brillen verstanden werden. Meta hat lediglich ein Taschenzubehör namens Muse Charm angekündigt und will später in diesem Jahr weitere Informationen dazu veröffentlichen.
Für Mac-Nutzer geht es nun darum, ob ein Agent Desktop-Apps bedienen und persönlichen Kontext verwenden darf – und wie sie die von Meta angebotenen Zugriffsrechte überwachen und anpassen können. Meta hat Einstellungen für verbundene Dienste und bestimmte folgenreiche Aktionen veröffentlicht. Genug Einzelheiten, um den genauen Umfang der Mac-Computersteuerung oder ihre Leistung über verschiedene Apps hinweg zu überprüfen, liegen noch nicht vor.



