Sony kündigte Quick Spectral Super Resolution (QSSR) am 1. Oktober an und veröffentlichte Patches für Marvel’s Wolverine und Ghost of Yōtei. Sie ergänzen diese Grafikoption auf der Standard-PS5. Damit können Besitzer der vorhandenen Konsole KI-gestützte Bildrekonstruktion nutzen. Wie nützlich sie ist, hängt von der Umsetzung und dem Grafikmodus des Spiels ab.

Die große Veränderung

  • Was sich geändert hat: KI-Upscaling kommt über einzelne Spielupdates auf die Standard-PS5. Damit wird eine Funktion ausgeweitet, die Sony bisher vor allem mit der PS5 Pro verbunden hat.
  • Warum das wichtig ist: Besitzer der vorhandenen Konsole können von neuer Rekonstruktionssoftware profitieren. Entwickler müssen sie jedoch in das Renderbudget jedes Spiels einpassen.
  • Worauf zu achten ist: Sony plant, den Zugang für Entwickler auszuweiten. Ob weitere Titel die Funktion übernehmen und wie Bildqualität und Frame-Zeiten in den jeweiligen Modi ausfallen, bestimmt die Reichweite des Vorteils.

Eine neue Option für zwei Spiele

Sonys Ankündigung zum Start nennt die beiden ersten Titel und sagt, dass ihre Patches noch an diesem Tag erscheinen sollten. QSSR wird als Bibliothek beschrieben, die im Rahmen von Project Amethyst, der Grafikzusammenarbeit mit AMD, entwickelt wurde. Sie nutzt ein vereinfachtes neuronales Netz und eine für die PS5 abgestimmte Implementierung. Verbesserungen bei Details und Stabilität sind Aussagen des Herstellers.

Spieler benötigen die Standardkonsole, ein unterstütztes Spiel und dessen Update. In der Ankündigung nennt Sony weder einen genauen Menüpfad noch eine erforderliche Patch-Version oder eine separate QSSR-Gebühr. Öffentliche SDK-Anweisungen oder eine detaillierte Eingabespezifikation gibt es ebenfalls nicht. BIG CHANGE hat die Dokumentation geprüft, aber keines der beiden aktualisierten Spiele gespielt.

Die erste Liste steckt auch die Kompatibilitätsgrenze ab. Die Ankündigung liefert keine Grundlage für die Annahme, dass jedes installierte PS5-Spiel QSSR unterstützt. Die Konsolenhardware ist nur eine Voraussetzung; der Spieleentwickler muss die Unterstützung ebenfalls einbauen.

Rekonstruktion und Frame-Generierung leisten Unterschiedliches

Ein Upscaler erzeugt aus einem Rendering mit niedrigerer Auflösung ein Bild mit höherer Auflösung. Das Handbuch zum FSR-Upscaler von AMD beschreibt einen etablierten Ansatz, der Bilddaten, Tiefeninformationen und Bewegungsvektoren sowie Angaben aus früheren Frames nutzt. Das Dokument erläutert diese Technikkategorie; es legt weder die Eingaben von QSSR offen noch belegt es, dass Sony denselben Ablauf verwendet.

Frame-Generierung ist ein eigener Vorgang. AMDs Dokumentation zu FSR 3.1 grenzt sie ausdrücklich vom Upscaling ab. Ein schärferes Bild zu rekonstruieren und einen zusätzlichen Frame einzufügen, löst unterschiedliche Probleme. Sonys QSSR-Ankündigung belegt keine neue Frame-Generierungsfunktion.

Für die Bewertung des Updates ist diese Unterscheidung wichtig. Ein Screenshot kann Detailunterschiede zeigen, sagt aber nichts darüber aus, wie gleichmäßig Frames während des Spielens ausgegeben werden. Auch die für die Rekonstruktion nötige Verarbeitung muss in die verfügbare Zeit zur Erzeugung jedes Frames passen. Bei einem Ziel von 60 fps beträgt dieses Intervall etwa 16,7 Millisekunden, berechnet als 1.000 geteilt durch 60. Das ist ein Zeitbudget, keine Messung von QSSR.

Die PS5 Pro bietet weiterhin etwas anderes

Sonys Produktseite zur PS5 Pro beschreibt PSSR weiterhin zusammen mit zusätzlicher Grafikleistung und erweitertem Raytracing. Verbesserte Funktionen setzen einen unterstützten Titel voraus; laut Sony unterscheiden sich die Ergebnisse des erweiterten PSSR je nach Spiel. QSSR belegt nicht, dass beide Konsolen dieselbe Bildqualität oder Leistung liefern.

Ein sinnvoller Vergleich bezieht sich daher auf ein bestimmtes Spiel und einen Modus, einschließlich Eingabeauflösung, rekonstruiertem Ergebnis, sichtbaren Artefakten und Frame-Zeiten. Sonys Startbeitrag enthält keine Messtabelle für diese Bedingungen. Besitzer erhalten eine neu dokumentierte Option; eine allgemeine Verbesserung von Bildqualität oder Geschwindigkeit ist nicht belegt.

Quellen und weiterführende Informationen