Für Nscales geplanten KI-Rechenzentrumscampus in Loughton, Essex, könnte sich ein ausreichender Netzanschluss laut Berichten bis in die 2030er-Jahre verzögern. The Morning Intelligence berichtete am 24. September zuerst über die Verzögerung. The Guardian zufolge soll UK Power Networks (UKPN) Nscale mitgeteilt haben, dass ausreichende Stromkapazität erst Anfang bis Mitte der 2030er-Jahre verfügbar sei. UKPN wollte den Einzelfall nicht kommentieren. In den hier geprüften Quellen wurde weder ein geändertes Anschlussangebot noch ein Eröffnungstermin veröffentlicht.

Die große Veränderung

  • Was sich geändert hat: Nscale wollte die ersten GPUs für die Partnerschaft mit Microsoft in Loughton im ersten Quartal 2027 bereitstellen. Die berichtete Wartezeit auf ausreichende Netzkapazität bis in die 2030er-Jahre stellt diesen Zeitplan infrage.
  • Warum das wichtig ist: Nscale zufolge sollte die geplante Anlage mit 50 Megawatt Microsoft-Azure-Dienste im Vereinigten Königreich bereitstellen. Kann genügend Strom nicht wie geplant zum Standort gelangen, hängt die Bereitstellung dieser Azure-Kapazität von einem früheren Netzanschluss oder einer anderen praktikablen Stromquelle ab. In den hier geprüften Quellen hat keines der beiden Unternehmen einen neuen Bereitstellungstermin genannt.
  • Worauf zu achten ist: Eine bestätigte Stromversorgung für die ersten 50 Megawatt und ein neuer Termin für die Azure-Dienste würden den Zeitplan klären. Weder Nscale noch UKPN haben den berichteten Zeitrahmen für den Netzanschluss öffentlich bestätigt.

Der Plan und die berichtete Einschränkung

Im Januar 2025 kündigte Nscale an, dass der Standort Loughton im letzten Quartal 2026 in Betrieb gehen sollte. Die Ankündigung der Partnerschaft mit Microsoft vom September 2025 beschrieb zunächst 50 Megawatt KI-Rechenkapazität, die auf 90 Megawatt ausgebaut werden könnte, sowie 23.040 Nvidia-GB300-GPUs, deren Lieferung im ersten Quartal 2027 erfolgen sollte. Nscale erklärte, die Anlage werde Microsoft-Azure-Dienste im Vereinigten Königreich unterstützen. Microsoft bestätigte die Partnerschaft zum Bau eines britischen Supercomputers für seine Dienste. Keine der beiden Ankündigungen nennt einen Termin für den Netzanschluss.

Der konkrete Zeitrahmen für die 2030er-Jahre beruht auf Medienberichten. The Guardian zitiert UKPN mit der Aussage, dass das Unternehmen sich zu einem einzelnen Projekt nicht äußern könne. UKPN erklärte, viele Rechenzentren, die einen Anschluss ans Verteilnetz beantragten, warteten vor der Inbetriebnahme auf Arbeiten am überregionalen Übertragungsnetz. Nscale sagte The Guardian, das Unternehmen halte an Loughton fest und prüfe eine Stromerzeugung vor Ort sowie Möglichkeiten, den Anschluss zu beschleunigen. Der Bericht nennt für keine der beiden Optionen einen Umsetzungstermin.

Nscale bezifferte die Anfangskapazität der Anlage auf 50 Megawatt und nannte 90 Megawatt als mögliche Ausbaustufe. Aus den öffentlichen Berichten geht nicht hervor, ob sich der Zeitrahmen für den Netzanschluss auf die Anfangskapazität, den Vollausbau oder eine andere Projektphase bezieht. Ebenfalls offen ist, ob eine alternative Stromversorgung einen früheren Start ermöglichen könnte.

Ein allgemeines Anschlussproblem – bisher ohne standortspezifische Lösung

Ofgems Aktualisierung vom Juni 2026 nennt lange Bauzeiten für Netze und nicht realisierbare Projekte in der Anschlusswarteschlange als Ursachen für Verzögerungen bei weit fortgeschrittenen Projekten. In seiner Konsultation vom Juli schlug Ofgem Gebühren und Meilensteine vor, um spekulative Anträge von Rechenzentren einzudämmen. Die Konsultation ist beendet; eine Entscheidung steht noch aus. NESOs Zeitplan für Netzanschlüsse beschreibt, wann verschiedene Gruppen geänderte Anschlussangebote erhalten sollen, nennt aber keinen öffentlichen Anschlusstermin für Loughton.

Die berichtete Verzögerung stellt den GPU-Zeitplan für 2027 infrage. Ein datiertes Anschlussangebot oder ein bestätigter Stromversorgungsplan für die erste Ausbaustufe würde den Zeitplan präzisieren.

Quellen und weiterführende Informationen