Crusoe und Boom Supersonic verfolgen die für KI-Rechenzentren angekündigte Turbinenpartnerschaft nicht weiter. Das berichtet der TechCrunch-Bericht vom 25. September. Crusoe bestätigte gegenüber dem Medium, dass das Unternehmen nicht mehr mit Boom zusammenarbeitet. Damit endet eine geplante Großbestellung für eine neue Quelle zur Stromversorgung vor Ort. Die Unternehmen haben jedoch nicht mitgeteilt, wie sich dies auf den Bauzeitplan oder die Betriebskapazität eines Rechenzentrums auswirkt.
Booms Ankündigung vom Dezember 2025 nannte Crusoe als ersten Kunden für 29 Superpower-Erdgasturbinen. Für jede Anlage wurde eine Nennleistung von 42 Megawatt angegeben, zusammen also rund 1,21 Gigawatt. Boom bezifferte den Auftragsbestand für das Produkt auf mehr als 1,25 Milliarden US-Dollar. TechCrunch berichtete damals, die ersten Lieferungen an Crusoe seien für 2027 erwartet worden. Diese Zahlen beschrieben eine Bestellung und geplante Erzeugungskapazität, keine bereits an Crusoes Standorte gelieferte Energie.
Warum die Unternehmen den Startplan beendet haben
Boom-Chef Blake Scholl sagte in einem von TechCrunch zitierten Beitrag auf X, Turbinen gehörten bei Crusoe in Abilene und an anderen Standorten nicht mehr zum kurzfristig geplanten primären Energiemix. Deshalb passe die Partnerschaft als Erstkunde nicht mehr. Andrew Schmitt, Sprecher von Crusoe, sagte gegenüber TechCrunch, das Unternehmen wähle je nach Bedarf für jeden Standort die Energiequellen neu aus; die Partnerschaft mit Boom „passe heute nicht“. In Crusoes eigener Stellungnahme wurden Turbinen weiterhin als mögliche Energiequelle neben Wind, Solar, Batterien und dem Stromnetz aufgeführt.
Crusoes umfassendere Turbinenpläne sind von der Entscheidung zu Boom getrennt. Das Unternehmen kündigte im Juli 2025 eine Vereinbarung über 29 Turbinen von GE Vernova an und im Juni 2026 eine Stromversorgungsvereinbarung mit Bergen Engines. Beide Ankündigungen erfolgten vor der gemeldeten Trennung von Boom. Keine bezeichnet ihre Anlagen als Ersatz für Superpower.
Die große Veränderung
Crusoe ist nicht länger der geplante Erstkunde von Boom für eine Turbinenbestellung über 1,21 Gigawatt. Damit verliert Booms frühes Superpower-Vorhaben einen namentlich bekannten Abnehmer; die belegte Nachfrage nach dem Produkt fällt entsprechend geringer aus. Scholl sagte laut seinem von TechCrunch zitierten X-Beitrag, Boom erwarte für 2027 Lieferungen von rund 250 Megawatt an andere Standorte und strebe 2028 ein Gigawatt an. Das sind Unternehmenspläne: TechCrunch nannte weder die anderen Standorte noch bestätigte es, dass Anlagen bereits geliefert wurden.
Unmittelbar ändert sich damit der Ausrüstungsplan. Die Unternehmen haben die Kündigung öffentlich weder mit einer Verzögerung noch mit dem Wegfall verfügbarer Leistung oder dem Scheitern eines konkret benannten Crusoe-Projekts in Verbindung gebracht. Zu beobachten ist nun, ob Boom andere Turbinenaufträge benennt und erfüllt und ob Crusoe seine Stromversorgungspläne für einzelne Standorte aktualisiert.
Quellen und weiterführende Informationen
- TechCrunch, 25. September 2026: Kirsten Korosec berichtet über das Ende der Partnerschaft, verweist auf Scholls öffentlichen Beitrag und zitiert die Bestätigung von Crusoe-Sprecher Andrew Schmitt per E-Mail. Die Berichterstattung belegt die Trennung; die Unternehmen legten keine Bewertung der Auswirkungen auf einzelne Projekte vor.
- Boom Supersonic, 9. Dezember 2025: Die ursprüngliche Unternehmensmitteilung nennt eine Bestellung über 29 Anlagen, eine Nennleistung von jeweils 42 Megawatt und eine geplante Gesamtleistung von 1,21 Gigawatt. Dabei ging es um künftige Pläne, nicht um bereits verfügbare Stromkapazität.
- Crusoe und GE Vernova, 22. Juli 2025: Ihre separate Turbinenbestellung zeigt, dass Crusoe bereits vor der Kündigung mit Boom andere Anlagen plante. Sie erklärt oder ersetzt die Vereinbarung mit Boom nicht.
- Crusoe und Bergen Engines, 3. Juni 2026: Die Unternehmen beschreiben eine Vereinbarung über rund 750 Megawatt, darunter einen Vertrag über 438 Megawatt und eine Absichtserklärung über 310 Megawatt. Die Quelle stellt keinen Zusammenhang zu der Entscheidung über Boom her.



